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Die Nordküste

Hier zu tauchen ist als würde man sich in einem riesengrossen Aquarium bewegen. Die artenreiche Unterwasserwelt versetzt einem in Staunen. Mir haben die leuchtend schimmernden Fische fasziniert. Die Fische sind nicht mal scheu und es ist keine Seltenheit, plötzlich in einen grossen Fischschwarm zu geraten. Die grossen fetten Fische lösten einen Jagdinstinkt in mir aus und ich bekam grossen Hunger. Hier besteht aber keine Option in ein gutes Restaurant mit Meerblick einzukehren. Da die Sicherheitslage im Land seit eh und je bedenklich ist, fehlen hier die Touristen und somit die Nachfrage für Dienstleistungen aller Art. Die Natur bleibt dafür nahezu unberührt.
24.07.2013, Madang, Papua Neuguinea
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Die Hafenstadt Madang

Wenn es mir an einem Ort zu heiss ist, dann hier. Die Temperaturen steigen bis 38 Grad Celsius. Doch das Problem ist die extrem hohe Luftfeuchtigkeit. Nicht mal eine leise Briese geht und in der Nacht regnet es, doch ohne Abkühlung. Wer dann noch weiss, dass hier das Risiko an der schlimmsten Malaria zu erkranken am höchsten ist, wird in der Dämmerung jedem kleinen Geräusch eines Moskitos nachgehen. Schlaf findet man nur aus lauter Erschöpfung. Dafür ist die Vegetation erstaunlich und die Geräuschkulisse einmalig. Aber das Beste wartet an der Küste auf einem.
23.07.2013, Madang, Papua Neuguinea
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Wild West Mendi Plateau

Laut einem Bericht sollen im Hochland von Papua Neuguinea beste klimatische Bedingungen zum Leben herrschen. Jeden Tag angenehme 25 Grad. In der Nacht setzt Regen ein und kühlt auf 18 Grad ab. Da es keine Jahreszeiten gibt, tragen Obstbäume das ganze Jahr Früchte. Es sind paradiesische Zustände die hier herrschen. Nur die gesellschaftliche Lage im Land ist mehr als angespannt. Für Touristen ist Papua Neuguinea zu gefährlich. Das Land gleicht einem Pulverfass, das jederzeit hochgehen kann.
10.07.2013, Mendi, Papua Neuguinea
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Der Weisse Mann

Die Zeit im Kloster regt zum nachdenken an. Über das Leben, die Menschen, die Zukunft und was sie mit sich bringen wird. Ich dachte im Kloster zu leben sei ein spirituelles Feuerwerk. Davon ist wenig spürbar. Doch es gab einen Tag, den werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen. Es war einer dieser Tage, an denen ich den Kontakt zu den Menschen gesucht habe. In Begleitung mit Agnes machten ich mich zu Fuss auf den Weg in ein noch entlegeneres Dorf als Pomperel es ist. Die Menschen hier werden so gut wie nie von Ausländer besucht, zu abgelegen und unsicher ist die Gegend. Nach etwa zwei Stunden erreichten wir das Dorf. Schon von Weitem haben uns die Menschen bemerkt und und ihre Feldarbeit unterbrochen. Sie sahen sehr überrascht aus. Die Kinder trauten ihren Augen nicht, einen weissen Mann zu sehen. Einige fingen an zu schreien, andere lachten und sprangen um die Wette um mich aus nächster Nähe zu sehen. Wenige Schritte vor mir machten sie halt und wussten nicht wie sie sich mir gegenüber verhalten sollen. Agnes stoppte und liess mich alleine weitergehen. Sie wünschte mir viel Glück und grinste dabei. Ich wagte mich weiter in die Siedlung hinein. Die Bekanntschaft mit den Menschen veränderte mich. Es löste etwas aus, das ich nicht beschreiben kann. Keine Angst, ich werde sicher kein Missionar und habe auch nicht das Bedürfnis dort leben zu wollen. Ich meine damit, es veränderte meine Einstellung zu den Menschen. Als ich am späten Nachmittag wieder in meiner Wohnung ankam und die Türe hinter mir schloss, musste ich als erstes in den Spiegel schauen. Ich hatte den gleichen Ausdruck in den Augen, wie es die Kinder hatten.
03.06.2013, Pomperel, Papua Neuguinea
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Wie ich zu einer Leber kam

Im Hochland, mitten im nirgenwo, liegt ein kleiner Ort namens Pomperel. Als ich ankam, war es bereits dunkel und es fing an zu regnen. Am nächsten Morgen klopfte es an der Haustüre. Ich entriegelte die drei Schlösser und wagte die Türe zu öffnen. Eine Frau stand draussen und lachte mich an. Ich trat hinaus und sie umarmte mich als hätte sie mich seit langem vermisst. Ich gehöre zu ihrer Familie, da ich mit Schwester Lorena verwandt bin, sagte sie. Ihr Name ist Agnes und Pomperel soll mein zweites Zuhause werden. Am frühen Nachmittag gingen wir von Haus zu Haus um den Einwohner Hallo zu sagen. Plötzlich hält Agnes inne, wartet einen Augenblick und sagt mir, dass es hier nach Schwein riecht. Beim nächsten Haus schauten wir durch den Holzzaun. Tatsächlich, sie bereiten ein Schwein zu, komm das schauen wir uns an, meint Agnes. Ich sah ein ganzes Schwein auf einer grossen Feuerstelle, und dachte gut dass es noch nicht geschlachtet wurde. Wenn ich etwas nicht sehen kann, ist es Blut. Wir verabschiedeten uns und gingen weiter. Beim Rückweg hielten wir wieder beim selben Haus. Die Männer riefen uns näher zu kommen. Ich packte meine Kamera aus. Ein jeder Mann kam mit einem Stück Fleisch und posierte. Danach durfte ich zusehen wie sie die Schweineleber von den anderen Organen trennten. Sie überreichten mir die blutige frische Leber. Ich hatte aber keine Hand frei, da mir in der Zwischenzeit schwindlig wurde und ich mich auf meinem Regenschirm abstützen musste. Agnes bemerkte meine Überforderung, die Leber entgegenzunehmen und wickelte die Leber in ein Bananenblatt. Ich bedankte mich bei den Männern für dieses grosszügige Geschenk. Die Leber ist das beste Stück vom Schwein und es ist eine Ehre diese geschenkt zu bekommen, erklärt mir Agnes. Ich dachte für mich, dass ein Stück Speck gereicht hätte. Am Abend bereitete der koreanische Priester, bei dem ich immer zu Abend ass, die Leber zu. Er mochte Leber.
2.06.2013, Pomperel, Papua Neuguinea
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Sie nannten ihn Flamingo

Mein Vater liebte es auf Berge zu steigen als ich ein Kind war. Ich musste von Juni bis Oktober an einem jeden schönen Wochenende auf eine Wanderung mit. Oft schrie ich wie am Spiess bevor es losging. Es sträubte sich jede Faser in mir mit ihm mitzugehen. Das lag daran, dass ich meinem Vater nicht Schritt halten konnte. Wie auch, bei den Pfadfinder nannten sie ihn Flamingo wegen seinen langen Beinen. Ich finde Strauss hätte es besser getroffen. 20 Jahre später sind meine Beine etwas länger und wahrscheinlich genau so dünn wie seine damals, auf den Spitznamen eines Vogels möchte ich absehen. Ich bestieg den Mt. Wilhelm mit seinen 4509 m.ü.M der höchste Berg in PNG und dies freiwillig. Der Berg ist technisch nicht anspruchsvoll zu erklimmen, doch kräftezehrend und das feucht heisse Klima für Wanderungen ungeeignet. Dafür ist die Anreise ein kulturelles Erlebnis und der Aufstieg ein Abenteuer.
24.06.2013, Mt. Wilhelm, Papua Neuguinea
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Ausflug in die Chimbu-Provinz

Meine liebe Schwester Lorena sagte mir vor wenigen Tagen, dass hier Geld nicht viel wert ist. Hier zählen nur die Freundschaften und Bekanntschaften. Schwester Anita, eine Freundin von Schwester Lorena bot mir an mich auf einen zweitägigen Ausflug mitzunehmen. Ich sagte sofort zu, wusste aber weder wo es hin geht noch was mich erwarten könnte. Es war ein Freitagmorgen als ich vor den Toren der Kefama Siedlung auf den öffentlichen Bus wartete. Im Verlauf des Morgen kam der Bus. Ich stieg ein. Die Mitreisenden schauten mich an und nickten mit dem Kopf. Noch ein Platz war frei. Als ich mich hinsass, kam mir in den Sinn, dass Schwester Anita auch hier sein sollte. Ich schaute um mich, sah aber keine Klosterfrau. Ich blieb sitzen und dachte, das wird sich schon regeln. Im folgenden Moment kam eine Flut von Gerüchen, die mir fremd waren. Schwer diesen Moment zu beschreiben. Es war das erste mal, dass ich die Klostermauern verlies und in das Land eintauchte. Die Vegetation ist üppig grün. Die Landschaft ist hügelig und die Gebirgszüge wurden von dichten Wolken verdeckt. Es sah aus als könnte es jeden Augenblick anfangen zu regnen. Ich fühlte mich absolut frei. Mit all meinen Sinnen entdeckte ich die Kraft, die einen Moment in sich hat. Nach einer Stunde hielt der Bus für einen kleinen Stop an. Alle Reisenden stiegen aus und deckten sich mit Früchten, Nüssen und Getränken ein, die von vielen kleinen Ständen am Strassenrand angeboten wurden. Es gab auch Buai zu kaufen. Das ist eine Nuss, deren weiche Schale ins Maul genommen wird um darauf zu kauen. Damit die Berauschende Wirkung schneller eintrifft, wird zugleich ein Zuckergemisch eingenommen. Nach wenigen Minuten verfärbt dieses Gemisch aus Frucht und Zucker die Zähne blutrot. Wer es eingenommen hat, spuckt gelegentlich diesen rot gewordenen Saft wieder aus. Dieser Anblick ist gewöhnungsbedürftig. Der Bus nahm unterdessen wieder Fahrt auf. Viel zu viel für diese Strassen, wie ich meine und ich bin nicht ängstlich, aber mir wurde Angst und Bange bei dem Gefälle des Passes und der Strassenlage. Als ich nach meinem Pullover griff und in mir überziehen wollte, bekam ich Hilfe in den Ärmel zu kommen. Ich drehte mich um und eine Frau sah mich freundlich an und gab sich als Schwester Anita zu erkennen. Noch eine Schwester, deren Name ich vergessen habe, begrüsste mich. Sie waren Einheimische und von unterschiedlichen Stämmen. Dies verriet ihr Aussehen. Nach drei Stunden erreichten wir eine grosse Siedlung. Wir stiegen aus, nahmen den nächsten Bus und erreichten eine weitere Siedlung mit einer Schule, Kirche und einem Kloster, wie so typisch für das Hochland. Ich behaupte im Hochland gibt es mehr Klöster als Hotels. Ich war müde und habe beschlossen bei einer der hier stationierten Schwestern um ein Zimmer zu bitten. Die erste Schwester die ich gefunden habe glaubte ich sei ein Priester und drückte mir ein Schlüssel in die Hand. Später verabredete ich mich mit meinen zwei Schwestern die Zeremonie des dort ansässigen Stammes anzusehen. Als wir dort eintrafen, war das Fest bereits auf dem Höhepunkt. Ich drängte mich so nahe es ging zu den farbig geschmückten Frauen. Sie bewegten sich rhythmisch zu den einfachen Klängen der Trummeln. Den Kopf hielten sie stets aufrecht. Wenn sich eine Feder löste wurde diese umgehend aufgenommen und wieder befestigt. Diese kommen von den Paradiesvögeln und sind sehr kostbar, wie ich mir erzählen liess. Am Abend nahmen mich die Schwestern mit in die Stadt, wir sollten etwas zu essen kaufen. Sie fanden keinen Sicherheitsbeamten, also nahmen Sie mich mit. Ich habe Ihnen dann erklärt, dass ich keine grosse Hilfe bin. Ich soll mich immer instinktiv verhalten, ausserdem sei ich ein gesunder Mann und das genüge Ihnen als Begleitung. Ich habe nichts davon verstanden. Wir kauften Kräckers und Dosenfleisch. Zurück im Kloster assen wir und fingen an uns zu unterhalten. Ich erfuhr, dass die Menschen hier Hundefleisch essen. Eine Frau wird mit Schweinen oder anderen Tieren erworben und hat kaum Rechte. Es ist üblich, dass ein Mann mehrere Frauen hat. Dann fingen Sie an von ihrem Clan zu erzählen mit einem Leuchten in den Augen. Ich konnte nicht aufhören Fragen zu stellen. Am nächsten Tag gab es dann ein Schwein zu Mittag. Es lag auf dem Tisch und jeder durfte sich ein Stück rausschneiden. Ich war einer der Ersten und schnitt ein Stück vom Bauch weg. Das Stück war gross und sah gut aus. Mein Einwegteller brach beinahe in zwei Teile von dem Gewicht des Fleisches. Beim ersten Bissen, bemerkte ich meinen Fehler. Es schmeckte nicht. Ich sah in die Runde. Alle assen genüsslich. Ich war der einzige Weisse im Raum und durfte mir jetzt keinen gesellschaftlichen Lapsus erlauben, also ass ich zu Ende. Das brauchte richtig Überwindung. Anschliessend stieg ich auf die offene Ladefläche eines Pick-Ups, der uns wieder zurück nach Goroka brachte. Wir sassen zu viert hinten. Es wurde kräftig Buai konsumiert. Nie im Leben werde ich diese fünfstündige Fahrt vergessen. Ich zitterte am ganzen Körper aus lauter Erschöpfung als ich im Kloster ankam, war aber glücklich über das Erlebte und erfreute mich an meinem Bett. Meine Freude währte nicht lange. Die Geschichte mit dem Schwein war noch nicht gegessen.
10.03.2013, Goroka, Papua Neuguinea
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Im Kloster

Was kommt dir in Sinn wenn du an ein Kloster denkst. Vielleicht strenge Regeln, einheitliche Kleider, harte Arbeit oder Spiritualität. Ich habe eine sehr visuelle Vorstellung davon. Einheit, Verzicht, Vereinfachung des Lebens und das alles in Räumlichkeiten die symbolisch dafür stehen. Ich muss ehrlich sein. Ich war ziemlich naiv. Wenn ich auf meiner Reise Leuten davon erzählte, ich gehe ins Kloster nach Papua Neuguinea, schauten mich diese für gewöhnlich abergläubisch an, meinten aber im Gegenzug, dass ihnen das auch mal gut täte. Meistens resultierten interessante Gespräche übers Leben, als hätte ich ihnen mein intimstes Geheimnis offenbart und sie jetzt an der Reihe sind ihre Gedanken Preis zu geben. Dabei hat sich meine Reise einfach so ergeben. Nach Papua Neuguinea zieht es mich schon seit Jahren. Mein einziger Kontakt nach hier ist die baldeggger Nonne Lorena, die sich bereiterklärt hat, mich für zwei Monate aufzunehmen. Aber ich vertrete die Meinung, dass im Leben nichts einfach per Zufall passiert. Doch wenn die klösterliche Ruhe einmal einkehrt, passiert erst mal rein gar nichts. So fest nichts, dass ich es beinahe nicht ausgehalten hätte. Ein Kloster ist kein romantischer Ort, auch wenn die wunderschönen Gärten dies anmuten. Es herrscht eine strenge Ordnung. Ich mache mir diese zu Nutzen und trinke seit meiner Ankunft in PNG strikt keinen Alkohol, habe mit rauchen für diese Zeit aufgehört und ernähre mich fast ausschliesslich vegetarisch. Ich bin auf Entzug. Denke dauernd an meine Lucky Strike RED, im Softpäckchen versteht sich, die ich immer fein säuberlich auf einer Seite bis zum rot/silbernen Qualitätsband aufgerissen habe. Wenn die Packung noch zu zwei drittel gefüllt war, habe ich die Seite leicht eingedrückt, damit die Zigaretten nicht aus der Packung fallen. Über mehrere Jahre wurde das Rauchen zu meinem persönlichen Ritual. Es gehörte zu mir. Es ist jedoch nicht der Verzicht auf Nikotin, der mir hier am meisten zu schaffen macht. Es ist sich Schritt für Schritt von alten Gewohnheiten zu lösen. Nach wenigen Tagen hat dies jedoch eine unglaublich befreiende Wirkung. Es soll aber erst der Anfang werden. Schwester Lorena kam heute zu mir und erzählte, dass sie Zigaretten für mich kaufen wollte, da es ihr nicht entgangen ist, wie sehr mit das Rauchen fehlt. Doch dann kam ihr in den Sinn, dass es heisst, führe uns nicht in Versuchung. Ich hätte beinahe vergessen wo ich bin.
5.06.2013, Goroka, Papua Neuguinea
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Hong Kong - Manila - Port Moresby - Goroka

Wer fliegt schon nach Papua New Guinea, seufzte ich beim Frühstückstisch in Hong Kong. Es gibt verschiedene Ängste im Leben. Aber die Angst vor dem Ungewissen, die Angst davor sich zu verändern, ohne dass man vielleicht bereit dafür ist, kannte ich in diesem Ausmass bis dato nicht. Ich hatte keinen Appetit, nahm trotzdem ein paar Bissen zu mir. Schon Wochen davor plagte mich der Gedanke nach PNG zu reisen. Wieso hatte ich schon seit Jahren das Gefühl dort hin zu müssen. Wieso jetzt. Aber alle Überlegungen nützten nichts. Es gab kein Zurück. Der Flug nach Manila, sowie der Anschlussflug nach Port Moresby verliefen problemlos. Morgens um 5 Uhr landeten wir in Port Moresby. Ich stellte meine Uhr zwei Stunden nach vorne und versuchte zu vergessen, dass es mitten in der Nacht ist und ich noch ein Visum beantragen muss. Nach 90 Minuten kam dann auch ich am Zoll an und gab mein Bestes. Ich hatte Glück. Die Frau am Schalter war sichtlich froh nicht wieder einem Philippiner seine Arbeitserlaubnis genehmigen zu müssen. Bei der Gepäckkontrolle wies mich der Beamte als einziger ohne Kontrolle durch. Erleichtert suchte ich draussen eine Gelegenheit eine zu rauchen. Ein Beamter schloss sich mir an und wich nicht mehr von meiner Seite. Ich kannte das bereits aus Afrika und war nicht beunruhigt dessen - im Gegenteil. Nach etwa zwei Stunden ging ich durch die Passkontrolle für meinen Weiterflug. Ich war der Annahme das wäre das richtige Terminal. Ich lag falsch. Das hatte zur Folge, dass ich wieder aus dem Land ausgestempelt wurde. Eine Beamte bemerkte den Fehler, nahm es mit Humor und fand, dass ich in einem derart kurzen Aufenthalt nicht vieles vom Land gesehen hätte. Ich wechselte das Terminal und lauschte der Durchsage für meinen Weiterflug. Mein Flug wurde für unbestimmte Zeit verschoben. Ein Einheimischer bemerkte meine Ungeduld. Es ist erst Montag, man hätte noch die ganze Woche Zeit nach Goroka zu kommen, gab er mir zu verstehen. Jede volle Stunde wurde der Flug um eine weitere Stunde verschoben. Um 14:00 war es dann so weit. Ich war unendlich froh im Flieger zu sitzen. Doch auf der Rollbahn stoppten die Motoren, Auto fuhr vor, Türe ging auf, Beamter kam herein und verschwand im Cockpit, kam nach 5 Minuten wieder und verliess die Maschine. Dieses Prozedere wiederholte sich drei mal. Ich war zu müde mich zu ärgern. Auf dem Flug packte ich meine Kamera aus und wollte fotografieren. Nach zwei unscharfen Bildern, liess ich es. In Goroka angekommen, hoffte ich, dass meine Nonne auf mich wartete. Ich hatte ihr einen Tag davor meine Ankunftszeit bestätigt, konnte ihr aber meine heutige Verspätung nicht mitteilen. Ich schaute zum Zaun am Ende der Landebahn und sah sie. Gott sei Dank, dachte ich. Mit offenen Armen empfing sie mich. Sie lachte und sagte nach einem Moment, dass sie die Reise ab jetzt planen werde, da sie heute schon das fünfte mal gekommen sei um nach mir Ausschau zu halten.
02.03.2013, Goroka, Papua Neuguinea
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Hong Kong

Wer von Namibia ins Hochland von Papua Neuguinea reist, benötigt einen Zwischenstop. Ich wählte Hong Kong, auch schon deshalb weil ich Beziehungen dort hin habe. Was kann ich über Hong Kong berichten. Leider nicht viel, ich war nur ein Wochenende da. Doch die Stadt hat mich echt überrascht. Sie ist schnell, sauber und ist bis ins kleinste Detail durchorganisiert. Diese Leute habe uns etwas voraus, auch wenn das für uns schwer vorzustellen ist. Mein Aufenthalt war definitiv mehr als ein Zwischenstop. Ich hatte ein geniales Wochenende und das nicht zuletzt Dank meinem Gastgeber. Ich werde dir das nie vergessen.
01.06.2013, Hong Kong
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Rückblick

Für mich steht Namibia für unendliche Weiten. Es gab Orte an denen es ausser Sand und Himmel nichts hatte. Nicht mal der Horizont war zu erkennen. Das bringt einem auf seltsame Gedanken. Mir war nie bewusst, wie prägend die Natur sein kann.
15.05.2013, Namibia
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Fish River

Hier hat es jetzt auch ein Bild für den Niels dabei. Wir haben speziell für dich auf unserer Reise Fotos von unserem Toyota Hilux 4x4D 3l mit Seilwinde, spezielle Bereifung und Getriebe, zusätzlichem Diseltank, Wasserspeicher, ausfahrbarer Kühlschrank, massiver Zeltaufbau (Raubtier sicher), sowie die gesamte Campingausrüstung in massangefertigten Schubladen. Das Auto war ein Traum und die Landschaft noch viel mehr.
20.05.2013, Fish River, Namibia
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Etosha - Panik im Lövenrevier

Nicht weit von dem Etosha Nationalpark liegt eine Lodge die wahrscheinlich in ganz Namibia bekannt ist. Ihr Name ist Epacha Lodge. Man sagt sich, je schlechter die Strasse zu einer Lodge ist, desto schöner wird sie sein. Hier trifft es zu. Diese Lodge ist etwas besonderes. Auf einer Lodge gibt es Bedienstete aller Art, aber auf keinen Fall darf ein richtiger Ranger fehlen der einem auf Safari mitnimmt. Der Ranger dieser Lodge war ein Weisser, Mitte dreissig und ein Draufgänger. Ich dachte für mich perfekt, endlich mal eine richtige Safari und keine Sonntagsfahrt durch den Zoo. Es war 6:00 als wir in einen dunkelgrünen baggy-artigen offenem Safari-Geländewagen einstiegen. Unser Guide erklärte mir, dass dieser Wagen speziell für dieses Gelände gebaut wurde. Doch musste er zugeben, dass das Auto in die Jahre gekommen ist und so seine Macken hat. Wir fuhren zu dritt auf direktem Weg in Etosha Nationalpark und erreichten diesen nach rund einer Stunde. Meine Mutter packte die Kamera aus und ich gab dem Guide zu verstehen, dass sie jetzt bereit wäre Zebras zu sehen, die sie so mag. Wir sahen viele davon, auch Elefanten, Giraffen, Springböcke, Gnus und so weiter. Der Park lohnt sich, sich anzusehen. Auf der Rückfahrt wählte unser Guide eine abgelegene Route. Nach wenigen Kilometer streikte der Wagen. Wir standen still. Der Guide murmelte etwas vor sich hin und wurde nervös. Er stieg aus dem Wagen aus und ich folgte ihm. Er wies mich aber wieder zurück. Wir seien im Lövenrevier, sagte er rasch. Ich gab zur Antwort, dass ich jetzt keine sehen möchte. Er musste lachen. Die Situation entspannte sich aber erst wieder als der Pannendienst eintraf. Löwen gehe ich wieder im Zoo anschauen. Es ereignete sich noch eine weitere Geschichte die weitaus brenzliger war, aber diese erzähle ich, wenn ich wieder zurück bin.
10.05.2013, Etosha Nationalpark, Namibia
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sossusvlei

Von Sessriem aus sind es etwa 60km zu den Sossuvley Dünen. Die letzten 5km haben es aber in sich und es sind auch nur Geländeautos zugelassen für diese Strecke. Wer diese einmal gefahren ist, weiss wieso. Ich kam ziemlich ins schwitzen. Ich wusste nicht wie das Mietauto sich in diesem tiefen Sand verhalten wird. Nach etwa zweihundert Meter blieb ich, als hätte ich es kommen sehen, im Sand stecken. Ich wechselte das Getriebe und nahm wieder Fahrt auf. Ich lernte meine wichtigste Lektion im Sand zu Fahren. Fahre so schnell es geht. Halte nicht an und nehme keine Rücksicht auf das Auto. Es wurde dafür gebaut. Nach meiner Fahrt entstand auch das Foto mit mir. Selbstironisch lobte ich mich lautstark über meine brillante Fahrkunst. Ich suchte dabei nach meinen Zigaretten. Meine Mutter lachte Tränen beim Anblick meiner mentalen Überforderung das Auto über die schwierige Strassenlage zu führen. Wir waren bei den Dünen angekommen. Die Sossuvley Dünen sind die wahrscheinlich beeindruckendsten Dünen der Welt. Sie sind sehr hoch und der Sand ist unverwechselbar Rot. Es lohnt sich am späten Nachmittag zu den Dünen zu fahren. Das Abendlicht lässt die Schatten der Dünen länger werden und umhüllt alles in ein noch kräftigeres Rot. Nach der Besteigung einer Düne machten wir uns auf den Rückweg. Dieses mal schaffte ich es in einem Zug durch den Sand. Es ist kein Problem, wenn man die Regel des schnellen Fahrens beachtet.
14.05.2013, Namibia
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Namibia

Nach drei Monaten in Südafrika freute ich mich wieder ein neues Land bereisen zu dürfen. Nur wenige Stunden nach meiner Ankunft in Windhoek empfing ich meine Mutter. Sie war sichtlich erleichtert, dass ich es doch noch geschafft hatte das Mietauto abzuholen, nachdem ich ein mittelschweres Durcheinander mit der Autovermietung zustande brachte. Nach 30 Minuten erreichten wir die verschlafene Wüstenstadt Windhoek. Die Stimmung in der Stadt ist ein Synonym für Namibia. Hier herrscht Stille. In der Lodge erhielten wir alle Reiseunterlagen für unsere Rundreise von Lodge zu Lodge, die wir im Voraus gebucht hatten. Am nächsten Tag machten wir uns früh auf, in die Kalahari zu fahren. Der Moment als wir die hüglige Landschaft rund um Windhoek verliessen und sich uns die Weiten des Landes öffneten, war atemberaubend. Keine Autos auf den Strassen, eine Streckenführung die einfacher nicht sein könnte und ein Landschaftsbild das nur aus Steppe und Himmel besteht, lässt einem tief durchatmen und ruhig werden. Nach vier Stunden Autofahrt veränderte sich die Landschaft allmählich und wir passierten endlich die Tore der Zebra Lodge. Ab da an folgten wir vorsichtig dem tiefen Sandweg der uns zur Lodge führte. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass die Lodges in Namibia in riesigen Privatgrundstücke stehen, die mit starken und hohen Zäune geschützt sind. Für mich stellte sich dann hier die Frage, wo jetzt nun die wilden Tiere stehen, drinnen oder draussen. Die Antwort erhielten wir schnell. Kaum einem Kilometer gefahren, überquerten ein dutzend Springböcke unbeeindruckt die Strasse. Wir sahen zudem unseren ersten Oryx. Beim Erreichen der Lodge wurden wir herzlich empfangen. Ich war glücklich die erste Etappe gut überstanden zu haben.
6.05.2013, Namibia
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Delft South

Die Einheimischen in Kapstadt legen einem nahe, zumindest einmal ein Township aufzusuchen, damit man Afrika erlebt, wie es wirklich ist. Es gibt viele Reiseveranstalter die Township-Touren anbieten. Vor einem Besuch, klingt eine solche Tour ein wenig geschmacklos, Afrikaner zu besuchen denen es am schlechtesten geht. Viele Touristen sind der Meinung, es komme einem Zoobesuch gleich - anstatt Tiere Menschen zu beobachten. Mir bot sich, durch eine Schulfreundin, die Gelegenheit einen Schweizer Fotografen in Delft South zu besuchen. Es ist eines der grössten und gefährlichsten Township in Kapstadt. Meine Lehrer wollten mich davor abhalten. Ich dachte mir aber, wenn ein Schweizer, ein Weisser sich entscheidet dort zu leben, kann es nicht so schlimm sein. Es war ein Freitag Nachmittag, schönstes Wetter um sich an den Strand zu legen und die spätsommerlichen Temperaturen nochmals in vollen Zügen zu geniessen. Mir war flau wenn ich daran dachte, in wenigen Minuten ein Township zu besuchen. Doch ehe ich mir viele Gedanken darüber machte, bog ein weisser Pick-Up in die Strasse ein und Rolf rief uns zu, einzusteigen. Er war ein Fotograf, das war nicht zu übersehen. Der erste Satz von Rolf war, die Kacke ist am dampfen. Dies wollte ich gar nicht erst hören. Er erzählte uns, dass in den letzten Tagen in seinem Viertel mehre Personen erschossen wurden. Ich war schon eingestiegen und es gab kein zurück mehr. Nach einer halben Stunde erreichten wir die einzige Strasse hinein in Delft South. Dieser Stadtteil in eingezäunt und die simple Strassenplanung ist noch ein Überbleibsel aus der Zeit der Apartheid. Die Fahrt hin zu seinem Haus war ein Eintauchen in eine fremde Welt. Kleine bunte Blechhäuser reihen sich wild aneinander. Durch die Verwendung unterschiedlichsten Materialen ein Haus oder Geschäft zu erstellen, wirkt alles sehr lebhaft und mit einem Blick nicht erfassbar. Die Strassen sind voll mit Kindern und Jugendlichen die sich in Gruppen versammelten. Mir kam es vor als wäre die Welt untergegangen und die einzigen Überlebenden versuchen wieder eine Ordnung herzustellen und improvisieren mit allem was noch übrig geblieben ist. Ich traf auf das nackte Leben. Der Anblick war schockierend und inspirierend zugleich. Nach ungefähr fünf Minuten hielten wir. Rolf stieg aus und öffnete ein grosses Tor um sein Auto zu parken. Das Haus war gemauert und erst kürzlich neu gestrichen, wie es den Anschein machte. Angekommen, lud er uns in sein Haus ein. Es gab ein Computerraum, in dem er Schulungen anbietet, ein kleines Tonstudio, einen Wohnbereich der gleichzeitig als Küche genutzt wird, ein Büro und ein Schlafzimmer. Wir verweilten kurz im Wohnzimmer ehe wir uns vor die schützenden Mauern des Hauses wagten. Wir machten uns auf den Weg zu einer Bar. Es war noch früh am Nachmittag und wir waren die ersten die in einem langen dunklen Gang an einem kleinen Tisch Platz nahmen. An einem Ende des Raumes wurde hintern Gittern Getränke aus gegeben und am anderen Ende war ein Garagentor das offen stand, damit ein wenig Licht hinein findet. Rolf fing an zu erzählen.
22.04.2013, Kapstadt, South Africa
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Woodstock

Dieser Stadtteil ist mein liebster in Kapstadt. Die Mieten sind hier wegen der hohen Kriminalität sehr tief. Dies lockt unteranderem auch viele Kreative an und diese bereichern dieses Gebiet unglaublich stark. Es gibt unzählige Ateliers die alte Möbel oder Geräte verändern, so zu sagen in die heutige Zeit übertragen. Die Ergebnisse sind meist überzeugend und zum Teil auch amüsant. Ich glaube, wenn ich Schriftsteller wäre, würde ich mich täglich in eines der gemütlichen und unverwechselbaren Cafés setzen und über das Leben hier schreiben. Dieser Ort ist mehr als inspirierend. Unter anderem grenzt Woodstock an Observatory. Und hier lässt sich gut den Abend verbringen. Mein Tipp: Obz Café, Armchair und die Billard-Bar gegenüber. Die Strasse in der sich alle Lokale befinden heisst Lower Main Road, Observatory.
2.04.2013, Cape Town, South Africa
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South Africa v Central African Republic

Das Cape Town Stadium wurde speziell für die Weltmeisterschaft 2010 erbaut und hatte damals eine Kapazität von 68'000 Sitzplätzen. Das Stadion steht an einer der teuersten Gegenden (Green Point) und wurde zum Wahrzeichen für Kapstadt. Die Ticketpreise für ein Fussballspiel, wie das gestern ausgetragene Länderspiel South Africa gegen Central African Republic, sind mit 10.- bis 15.- CHF erschwinglich und ein Besuch absolut empfehlenswert. Über das Team von South Africa ist nicht viel zu berichten. Die 38'000 Fans haben viel dazu beigetragen, dass ihr Team trotz der schwachen Leistung 2:0 in Führung ging. Kurz gesagt, Stadion und Fans waren top, die Mannschaft ein Flop und Vuvuzelas nerven nicht nur vor dem Fernseher.
23.03.2013, Kapstadt, South Africa
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Kirstenbosch

Jeweils freitags bietet meine Schule mehrere Ausflüge in die Stadt oder nähere Umgebung an. Perfekt für Schüler wie mich, die am Freitag keine Lust auf Schulbank drücken haben und das Wochenende herbeisehnen. Ich habe noch keine Exkursion ausgelassen. Für diesen Tag stand der botanische Garten Kirstenbosch auf dem Plan. Doch vor Ort wurde mir umgehend klar, ich hätte mich für das Schulzimmer entscheiden oder einfach zuhause bleiben sollen. Bei weit über 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von gefühlten 500% wandern gehen, ist keine gute Idee. Danach fühlte ich mich jedoch wie neugeboren. Und das Wochenende stand erst noch vor der Tür.
21.03.2013, Kapstadt, South Africa
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Sorry Faustina!

Ich bin jedes Wochenende angehalten etwas Touristisches zu tun. Schon alleine deshalb, weil in der ersten Englisch-Lektion der Woche jeweils ein Contest ausbricht und dieser ist schnell erklärt. Jeder erzählt von seinen Erlebnissen am Wochenende und wehe man schwamm noch nicht mit Haien und liess sich nicht von der höchsten Bungee-Brücke stossen, gilt man unweigerlich als Langweiler. Ich wollte langweilig sein und wählte für den freien Tag die günstigste Bootstour mit Start an der Waterfront. Dieser Ausflug enthält keine aber auch wirklich keine Attraktion bereit. Doch kaum den Hafen verlassen, stossen wir auf Wale. Das Boot nahm wieder Fahrt auf und ich war froh, mussten wir die Wale nicht weiter stören. Am Montag versuchte ich meiner Klassenlehrerin Faustina die unbeschreibliche Begegnung zu schildern. Ich war nur einer von vielen. Sorry Faustina musst du immer die gleichen Geschichten und Erzählungen deiner Schüler über dich ergehen lassen.
20.03.2013, Kapstadt, South Africa
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Camps Bay...

... ist sicher der bekannteste Strand in Cape Town. Die Abendstunden sind, wie meist hier in Südafrika, die schönsten. Der Strand ist belebt und die Restaurants laden ein den Tag ausklingen zu lassen. Wer beim Abendessen den Sonnenuntergang geniessen möchte, ist hier richtig. Ich persönlich bevorzuge aber Clifton Beach und Hout Bay. Aber das ist Geschmacksache.
17.03.2013, Kapstadt, South Africa
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Cape Town Carnival

Es ist allgemein bekannt, dass in Kapstadt viele Brasilianer leben. Und jede Bevölkerungsgruppe sehnt sich nach einem Stück Heimat in der Ferne. So ist es naheliegend, dass es auch in dieser Stadt an einem Carnival nicht fehlt. Als der fünfstündige Event endlich los ging, liessen die einzelnen Gruppen auf sich warten. So richtig in Fahrt kam der Umzug nicht. Die Choreographie der einzelnen Gruppen war mässig, aber einzelne Protagonisten vermochten die Stimmung auf hohem Niveau zu halten. Die eigentliche Feier fand danach statt.
16.03.2013, Kapstadt, South Africa
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Table Mountain

Ein jeder Tourist der nicht an Höhenangst leidet, begibt sich in seinem Aufenthalt in Cape Town auf den Table Mountain. In knapp einer halben Stunde, inkl. Taxifahrt von der Waterfront, erreicht man mit der rotierenden Gondel den Gipfel. Die Kombination Weltwunder, Grossstadt und Meer ist einzigartig. Auf dem Plateau auf 1'085 m laden die natürlich angelegten Wege ein, von einem Aussichtspunkt zum nächsten zu wandern. Spätnachmittags färbt die Sonne langsam die Kulisse von orange in purpurrot. Faszinierend ist die kalte feuchte Luft in Form von Nebel, die in Windeseile über den Bergkamm zieht. Das Schauspiel hat eine beruhigend, meditative Wirkung und verführt einem die Gedanken schweifen zu lassen. Das Highlight ist aber, wenn die Sonne sich dem Horizont nähert. Die Gespräche der Zuschauer verstummen und jeder schaut gebannt auf den Ozean. Selten hatte das Verschwinden der Sonne eine solch hypnotische Wirkung auf mich. Mir wurde schlagartig bewusst, dass dieser Tag nie wieder kommt.
12.03.2013, Cape Town, South Africa
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Summer Sunset Concerts Kirstenbosch

Jeden Sonntag findet im botanischen Garten Kirstenbosch ein Konzert statt mit meist lokalen Bands. Ein Muss für jeden der gerne picknickt und den Sonntag nicht zum Deprotag erklärt. Heute stand Jeremy Loops auf der Bühne und sorgte für gute Laune. Für mich steht fest, da muss ich wieder hin. Eigentlich will ich überhaupt nicht mehr weg von Kapstadt. Je länger ich hier bin, umso weniger vermisse ich von zuhause. Diesen Sommer geniesse ich mehr denn je, vielleicht machen es die Leute aus, vielleicht die eindrückliche Landschaft oder einfach das Licht, das für jeden Moment die richtige Stimmung bereithält. Ich habe das Gefühl angekommen zu sein, obwohl meine Reise erst begonnen hat.
10.03.2013, Kapstadt, South Africa
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Stormers v Chiefs

Ausser Fussball ist in Südafrika kein Sport so populär wie Rugby. Wenn du Invictus mit Morgan Freeman und Matt Damon gesehen hast, weisst du um den Hintergrund von Rugby und der Nationalmannschaft "Springbok" Bescheid. Mandela hatte sich hinsichtlich der Weltmeisterschaft 1995 für die Nationalmannschaft stark gemacht und die Schwarze Bevölkerung dafür überzeugen wollen. Beim gestrigen Spiel Stormers (Kapstadt) gegen Chiefs (NZ) gewannen die Südafrikaner 36:34 auf eigenem Rasen. Das altehrwürdige Newlands Rugby Stadium war mit knapp 50'000 Besuchern ausverkauft. Es war mein erstes Rugby-Spiel das ich gesehen habe. Wenn ich hier wohnen würde, könnte ich mich glaub noch für diesen Sport begeistern. Wie heisst es so schön: "Football is a gentleman's game played by ruffians, and rugby is a ruffian's game played by gentlemen."
09.03.2013, Kapstadt, South Africa
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Die Bündner Herrschaft in Afrika

Nach langem hin und her habe ich mich überreden lassen auf ein ganztägiges Wine Tasting zu gehen. Die Entscheidung war richtig. Die Weingegend Stellenbosch ist eingebettet in eine eindrückliche Berglandschaft. Man würde nicht erraten, dass die Aufnahmen in Afrika entstanden sind, aber die Gegend ist prädestiniert für den Anbau von Rebstöcken. Die Temperaturen steigen im Sommer auf 40 Grad und im Winter sind die Bergspitzen weiss bedeckt und es kühlt in den Tälern auf angenehme 10-15 Grad ab. Die Ortschaft Stellenbosch ist eine Studentenstadt mit 40'000 Einwohner. Sie wurde von den Holländer 1679 gegründet. Die hervorragend erhaltene Architektur lässt an diese Zeit erinnern. Ein Städtebummel lohnt sich.
02.03.2013, Stellenbosch, South Africa
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Wer kennt sie nicht - die Waterfront

Ich würde nie behaupten ich wäre ein Tourist, eher sehe ich mich als Reisender oder ich gehe hier in Cape Town einfach zur Schule. Aber ich muss zugeben, dass ich die Waterfront langsam wie meine Westentasche kenne. Ausgerechnet den Touristenmagnet Nummer 1 in dieser Stadt. Hier ist alles so gewohnt europäisch, sicher vor Taschendieben und für Abendunterhaltung ist auf jedem kleinen Platz gesorgt. Wer ein kühles Bier am Abend bevorzugt ist hier richtig. Sowohl der Deutsche wie auch der Engländer kommt hier so richtig auf seine Kosten. Er hat vor dem Abendessen sogar noch Zeit ein solch typisch langweiliges Motiv mit seiner Hightech-Kleinformatkamera zu schiessen und sich anschliessend sich diese wieder stolz um den Hals hängen. Ich liebe es hier zu sein.
28.02.2013, Kapstadt, South Africa
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Der erste Tag in Cape Town

Was machst du, wenn du einem Ort noch fremd bist und keine Ahnung hast was es zu sehen gibt. Du gehst zur Tourismusinformation und kaufst dir ein Ticket für eine Sightseeingtour. Das klingt langweilig, ist es aber nicht, zumindest hier in Cape Town. Die Fahrt kostet umgerechnet 10.- CHF und dauert fast drei Stunden. Die Tour startet an der Waterfront führt durch die Stadt der Long Street entlang (darüber berichte ich später noch ;)) und weiter zum Botanischen Garten "Kirstenbosch". Bei jeder Sehenswürdigkeit hält der Bus an und man hat die Möglichkeit auszusteigen und mit dem nächsten Bus weiterzufahren. Ich ergriff die Gelegenheit und stieg bei Hout Bay aus. Ein kleiner Fischerhafen mit vielen Restaurants, die zum verweilen einladen. Die Weiterfahrt führt an der Westküste entlang mit all den bekannten Stränden wie Camps Bay, Clifton Beach und Bantry Bay. Wieso das die teuerste Gegend in ganz Südafrika ist, verwundert einem nicht. Das Licht ist einmalig, der Sand schneeweiss und das Wasser tiefblau. Einziger Wermutstropfen, das Wasser hat 14 Grad und Haie sind hier nicht selten. Das war dann auch schon genug für den ersten Tag.
10.02.2013, Kapstadt, South Africa

Die Ankunft

Es war ein Sprung ins kalte Wasser. Erschöpft von dem elfstündigen Flug von Frankfurt nach Johannesburg, und dem anschliessenden Innlandflug nach Kapstadt, suchte ich im Terminal vergebens nach einer Person mit einem Schild mit meinem Namen. Minuten vergingen bis ein Mann in der Menschenmenge auftauchte und meinen Namen rief. Gott sei Dank, dachte ich und gab mich zu erkennen. Ich wechselte ein paar Worte mit ihm. Er führte mich zum Shutteldienst des Airports. Draussen regnete es leicht doch es war angenehm warm. Ich wurde auf einen kleinen Bus aufmerksam gemacht in den ich einstieg. Es roch nach abgestandenem kalten Rauch. Kaum eingestiegen, manövrierte der Fahrer den Bus in die Hauptstrasse ein. Links und rechts der Strasse reihten sich Wellblechhäuser aneinander, die sogenannten Townships. Ich sah zum Fahrer und wollte ihn etwas fragen, mir kamen aber nur belanglose Dinge in den Sinn, also lies ich es. Nach 25 Minuten erreichten wir die Joubert Road. Der Fahrer erklärte mir, dass die Häuser in Südafrika auf einer Seite der Strasse nur gerade und in der gegenüberliegenden Seite ungerade Hausnummern haben. Da das Haus meiner Gastmutter über keine Glocke verfügt, klopfte der Fahrer an die Türe. Einen Moment später ging die Türe einen Spalt auf. Eine von der Sonne dunkel gebrannte, rundliche Frau etwa Mitte 60, schaut unglaubwürdig hinaus zu uns. Sind Sie Ms Pam fragte ich. Sie bejahte zögerlich und öffnete die Tür. Der Fahrer half mir beim Gepäck und ich trat in den Innenhof des Hauses. Pam musterte mich und schritt ohne Worte in ihre Wohnung. In wenigen Minuten wies sie mich auf die Hausregeln hin. Da war ich also. Beim Abendessen lernte ich die anderen Studenten kennen die bei Pam wohnten, zwei Girls aus Brasilien und ein Junge aus Angola. Anschliessend erzählte mir Pam Geschichten über Südafrika, die Apartheid und die Kriminalität. Ich war beschämt, dass ich mich im Vorfeld wenig informiert habe über dieses Land. Glücklich über den Verlauf des Tages neigte sich mein erster Tag dem Ende zu.
09.02.2013, Kapstadt, South Africa